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Presseinterview Obermain - Tagblatt 26.05.2009: Prinzessin dolmetscht im FrisiersalonGlanz der Coburger Adelshochzeit reichte bis in die Adam-Riese-Stadt / Ehrengäste wurden im Kurhotel gestyltVon Wibke Jeiszig
Hier waren zahlreiche Prominente und Adlige aus ganz Europa im Kurhotel untergebracht. Auch wenn das Spektakel rund vier Tage dauerte, am Samstag war vor allem das Werk der Friseure gefragt, und das gleich zwei Mal. Das eingespielte Team um Cornelia Büttner und ihre Mitarbeiterin Vera Keil wurde dabei vom bekannten Lichtenfelser Meisterfriseur Markus Seubert unterstützt. „Als ich vor sechs Wochen von der Herzoglichen Verwaltung in Coburg erfuhr, dass Gäste der Adelshochzeit im Kurhotel einquartiert sind und wir sie frisieren dürfen, habe ich mich unglaublich gefreut und es als Ehre empfunden“, berichtet Cornelia Büttner gestern. Für sie ist es der Höhepunkt in ihrer beruflichen Laufbahn und ein schönes Ereignis zum fünfjährigen Bestehen ihres Friseurladens. Noch immer strahlt sie über beide Ohren. „Wann hat man schon mal echte Gräfinnen und Baroninnen bei sich im Salon“, meint sie. Um nichts dem Zufall zu überlassen, standen zahlreiche „Hochsteckabende“ auf dem Vorbereitungprogramm. Nur von wenigen Gästen waren die gewünschten Frisuren vorher bekannt. Eine wahre Herausforderung für das Team. Und vor allem ein Sprung ins kalte Wasser. „Wir wussten ja gar nicht, was uns erwartet und haben daher vorher alle möglichen Hochsteck, Fön- und Legefrisuren ausprobiert“, verrät Büttner. Die Haare des europäischen Adels für die Traumhochzeit des Jahres auf Hochglanz zu bringen, stellte besondere Ansprüche an die Friseurin. „Ich kenne mich in der Adels-Szene eigentlich überhaupt nicht aus“, meinte sie. Und so wurden erst einmal zahlreiche Klatschblätter und Boulevard-Zeitschriften in Augenschein genommen. „Schließlich musste ich mich ja informieren, was die Adligen bei solch besonderen Events auf dem Kopf tragen.“ Und dies waren am Samstagvormittag hauptsächlich Hüte. Die wirklich stressige Arbeit kam beim Team eigentlich erst Nachmittags auf, als die Kurhotel-Gäste bereits zum zweiten Mal an diesem Tag den hauseigenen Salon betraten. „Genau zwei Stunden, von 16 bis 18 Uhr, hatten wir Zeit, um die Adligen für die Feierlichkeiten am Abend um zu stylen“, erklärt die Friseurin. Bei knapp 20 Minuten pro Person muss jeder Handgriff sitzen. „Eine Gräfin hatte beispielsweise lange schwere Haare bis zum Hintern. Sie wünschte sich, dass alle komplett als Knoten hoch- und festgesteckt wurden. Eine nicht ganz einfache Aufgabe.“ Büttner zeigte sich vor allem verwundert darüber, wie entspannt und unkompliziert die Hochzeitsgesellschaft bei ihr auftrat. Von Star-Allüren keine Spur. „Im Gegenteil. Es war noch nicht Mal ein Visagist vor Ort. Die Promis haben sich alle selbst geschminkt“, verriet sie. Und auch die gewünschten Frisuren waren eher schlicht und klassisch gehalten. Ganz der Hofetikette entsprechend. „Ehrlich gesagt hätte sich die Crew fast noch ein bisschen mehr Extravaganz erwartet, um das ganze Potenzial ausspielen zu können.“ Näheres über den europäischen Adel wollte Büttner aus Gründen der Diskretion allerdings nicht Preis geben. Auch das Gästebuch, in dem die Gräfinnen, Baroninnen, und sogar ein Graf unterschrieben, hält sie lieber unter Verschluss. Dass allerdings auch eine ziemlich bekannte junge Prinzessin bei ihr auf dem Frisierstuhl saß, war Büttner dann doch noch zu entlocken. Die Prinzessin, die momentan in England studiert, fungierte am Samstag sogar als Dolmetscherin. „Die Baroninnen haben ja teilweise Englisch mit sehr starkem Akzent gesprochen. Und die Prinzessin war so lieb, uns genau zu übersetzen, was gewünscht wird“, schwärmte die Friseurin von der jungen Hübschen. Der herausragendste Moment für Büttner war allerdings, als sie zwei echte, teils Kilo schwere, Diademe in die Haare mit einflechten musste. „Die Diademe waren in eigenen Schatuellen verpackt und hatten richtig Gewicht. Sie sind überhaupt nicht zu vergleich mit den Diademen, die Bräute häufig bei uns aufsetzen.“ Je nach Alter und Adelsrang steigerte sich auch die Größe der Erbstücke. „Oft war der Schmuck, Perlen und Diamanten, bereits in die Roben fest eingearbeitet. „Ein Anblick, den ich in meinem ganzen Leben nicht mehr vergessen werde“, ist sie sich sicher. |
Stand: 22. Februar 2011 Webmaster: Wyatt.Earl@Onlinehome.de |